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25.05.2021 09:00

Die „Wunderwaffe für die E-Autowelt“: VW-Feststoffakkus bald aus Salzgitter?

VW möchte in Zukunft selbst Elektroauto-Batteriezellen fertigen und nicht mehr nur von Zulieferern beziehen. Neben der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus plant der Autokonzern die Produktion von Batteriezellen mit festem, statt dem aktuell üblichen flüssigen Elektrolyt. Eine erste Feststoffbatteriefabrik könnte im niedersächsischen Salzgitter entstehen.
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© Paul Brennan / Pixabay

Volkswagen und das US-Batterie-Startup Quantumscape erwägen, in Salzgitter eine Pilotanlage für Feststoffbatterien zu bauen, welche sich später zu einer großen Batteriefabrik für Feststoffbatterien entwickeln könnte.

Quantumscape plant, bereits 2023 in der Pilot-Fabrik Salzgitter Feststoff-Batteriezellen in der Größenordnung von einem Gigawatt zu produzieren. Eine Leistung, die Batteriezellen für 20.000 Pkw mit jeweils 50 kWh Akku entspricht. Mittelfristig soll die Kapazität auf 20 Gigawatt erhöht werden – das entspricht Batterien für 400.000 Autos mit jeweils 50 kWh Akku.

Feststoffbatterien für die Elektromobilität werden als „Wunderwaffe für die E-Autowelt“ bezeichnet. Mit den Feststoffbatterien sei bei der Weiterentwicklung der derzeit gängigen Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos ein Durchbruch gelungen. Bereits vor gut 30 Jahren hätten sich Firmen daran versucht, aber immer wieder aufgegeben. Problematisch sei insbesondere gewesen, dass sich beim Laden und Entladen Lithium-Ionen an den festen Stoffen abgesetzt hatten, die als Ersatz für das flüssige Elektrolyt dienten. Dies führte zu Verklumpungen, was wiederum eine sehr kurze Lebensdauer der Batterien zur Folge hatte. Nun scheint der Großteil der theoretischen Probleme dieser Technologie gelöst und die Pilotfertigung könne beginnen.

Vorteile von Feststoffbatterien sind insbesondere eine wesentlich kürzere Ladezeit und eine deutlich höhere Lebensdauer. Der VW ID. 4 lädt aktuell in etwa 25 Minuten Energie für 450 Kilometer Fahrt. Mit der Einführung von Festkörper-Akkus soll die Ladezeit im Jahr 2025 auf zwölf Minuten sinken. Darüber hinaus sind die Batterien wesentlich kleiner und leichter als die heutigen Batterien. Mithilfe der Feststoffbatterien soll in wenigen Jahren eine Reichweite von 1000 Kilometern bei E-Autos möglich sein.

Neben VW planen auch der chinesische Konzern SVolt und Tesla-Chef Elon Musk neue Batteriefabriken in Deutschland. Als Standort für Batteriefabriken ist Deutschland besonders attraktiv, weil hier jährlich im Schnitt fünf Millionen Pkw produziert werden und die Nachfrage nach Batterien für Elektroautos entsprechend hoch ist.

Die Entscheidung über den Bau der Fabrik in Salzgitter will VW Ende 2021 fällen. Die Serienproduktion von Feststoffbatterien mit einer Kapazität 20 GWh könnte ab 2024 bis 2025 möglich werden.

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